Allianz-Konferenz: Mit Gottes Liebe auf die Nöte der Welt reagieren


(idea, Bad Blankenburg, 01.08.2009) Die Kirchen sind am glaubwürdigsten, wenn sie mit der Liebe Gottes auf die Nöte der Welt reagieren. Diese Ansicht vertrat der Direktor der Internationalen Micha-Initiative, Pastor Joel Edwards (London), in einem Seminar während der Jahreskonferenz der Deutschen Evangelischen Allianz im thüringischen Kurort Bad Blankenburg.

Diese 2004 gegründete Bewegung innerhalb der Weltweiten Evangelischen Allianz will Christen ermutigen, sich in ihren Gemeinden und bei Politikern für die Verwirklichung der entwicklungspolitischen Millenniums-Ziele der Vereinten Nationanen einzusetzen. Im Jahr 2000 hatten sich Staats- und Regierungschef aus 191 Ländern unter anderem zur Halbierung der extremen Armut bis 2015 und zur 75-prozentigen Verringerung der Kindersterblichkeit verpflichtet. Die christliche Initiative ist nach dem alttestamentlichen Propheten Micha benannt, der zum Engagement für Gerechtigkeit, zur Barmherzigkeit und zur Demut vor Gott aufrief. Laut Edwards gehört der Kampf gegen die Armut zu den unverzichtbaren Aufgaben der Kirche. In der Bibel bilde die Aufforderung, Gerechtigkeit zu üben, das zweitwichtigste Thema nach der Kritik am Götzendienst. Für Jesus Christus habe die Überwindung von Ungerechtigkeit und die Hinwendung zu den Armen untrennbar zu seiner Verkündigung von der angebrochenen Gottesherrschaft dazu gehört.

Edwards: Kein soziales Evangelium


Den Vorwurf, die Micha-Initiative befürworte ein soziales Evangelium, wies Edwards zurück. Vertreter dieser theologischen Richtung hielten die Verbesserung der Lebensbedingungen für wichtiger als das Bemühen, Menschen zum Glauben an Jesus Christus einzuladen. Dies sei eine unbiblische Verkürzung des Evangeliums, dass Jesus Christus sein Leben für die Erlösung von Sündern gegeben habe, sagte Edwards. Gottes Leidenschaft für Gerechtigkeit und das Sterben Jesu Christi am Kreuz seien „deckungsgleich“. In der Micha-Initiative stehe das Gebet an erster Stelle. Weitere Ziele seien Gespräche mit Politikern, um diese an ihre Versprechen zu erinnern, Informationsveranstaltungen in Gemeinden und Ermutigung zum Kauf fair gehandelter Produkte aus der Dritten Welt. International ist die Micha-Initiative mit dem Micha-Netzwerk verbunden, das rund 300 christlichen Entwicklungshilfeorganisationen in 75 Ländern umfasst. Nationale Initiativen gibt es in 40 Ländern. Der Koordinator für Deutschland, Alexander Gentsch (Leipzig), berichtete von einer wachsenden Resonanz innerhalb der evangelikalen Bewegung. Beim Jugendmissionskongress „mission-net“ im April in Oldenburg hätten 2.500 Teilnehmer mit einem persönlichen Brief den Kommissar der Europäischen Union für Entwicklung und humanitäre Hilfe, Louis Michel, gebeten, sich für die Millenniums-Ziele einzusetzen