EXPOSED-Impuls zum 15. Oktober: "Mission: Eine Frage der Glaubwürdigkeit"


Dr. Gisela Schneider ist Direktorin des Deutschen Instituts für ärztliche Mission (Difäm) und Mitglied im Arbeitskreis Micha-Initiative. Einige Zeit lebte sie als Ärztin und Missionarin in Gambia. Nach ihrer ersten Begegnung mit Korruption legte sie eine Selbstverpflichtung ab: Nie wieder Schmiergeld zahlen. So eine Entscheidung hat spürbare Konsequenzen, gerade in ihrem Beruf. Was passiert etwa, wenn Arzneimittel ohne Schmiergeldzahlung nicht rechtzeitig eintreffen?

Aber es war eine Entscheidung für etwas, nämlich für Integrität – und das hat langfristig positive Auswirkungen auf das Umfeld. Trotz vieler Schwierigkeiten ist sie sich sicher, dass beim Thema Integrität die Glaubwürdigkeit von Missionsgesellschaften und christlichen Nicht-Regierungsorganisationen auf dem Spiel steht. Es geht dabei nicht nur um Schmiergelder. Es schlägt sich auch in der Art und Weise nieder, wie man ein Krankenhaus führt: Für Gisela ist es wichtig, dass Gehälter gezahlt werden, von denen Angestellte Nahrung für ihre Familien und Schulen bezahlen können und daher gar nicht erst für Korruption anfällig werden. Auch das ist eine Frage der Integrität.

All das hängt für Gisela auch mit der Frage zusammen, was christliche Mission eigentlich bedeutet: „Ich verstehe Mission als einen weltweiten Dienst – wir verkörpern Gottes Werte und seine Liebe für die Schöpfung. Wir wandeln das Chaos in Würde und Leben um“.

Fragen:
x Was bedeutet authentische Mission in Kontexten, in denen Korruption an der Tagesordnung ist?
x Warum nehmen Menschen Bestechung an bzw. bestechen und welche Auswirkungen hat das auf zwischenmenschliche Beziehungen?
x Könnte es sein, dass Gott sowohl Bestechung (5. Mose 10, 17-18 und 5. Mose 16, 18-20) als auch Ausbeutung und Ungerechtigkeit (Jakobus 5,1-6) verabscheut, weil beides zusammenhängt?

Beten:
x Für Gisela Schneider und ihre aktuelle Arbeit bei Difäm.
x Dass sich christliche Organisationen noch stärker mit den Ursachen von Korruption auseinandersetzen und bereit sind, notwendige Veränderungen in Angriff zu nehmen.
x Für den Mut, authentisch und integer zu leben und zu glauben – auch dann, wenn es schwer fällt.

Handeln:
x Ich frage mal bei den Organisationen, die ich regelmäßige unterstütze, nach, wie sie Korruption in ihrer Projektarbeit verhindern wollen und mit Korruptionsfällen umgehen. Gute Anregungen bietet etwa das Dokument „Rahmenrichtlinie zur Förderung von Transparenz und Vermeidung von Korruption“ des Evangelischen Missionswerkes in Deutschland (EMW), http://www.emw-d.de/fix/files/Korruption-kleiner.pdf.

[Hier Artikel als PDF herunterladen]

Mehr zu EXPOSED 2013 auf www.exposed2013.de.