EXPOSED-Impuls zum 18. Oktober: "Peru: Wenn Korruption Menschen Rechte raubt"


In Peru werden immer wieder Kinder, besonders Mädchen, Opfer sexueller Gewalt. Aber dazu kommt ein weiteres großes Problem: Das Justizsystem in Peru ist von Korruption durchdrungen, was dazu beiträgt, dass Strafanzeigen manchmal nicht verfolgt werden. Gerade dann, wenn die Täter Macht und Geld haben. Oft wird daher gar nicht erst eine Strafanzeige gestellt. Und auch in anderen Teilen der Gesellschaft ist Korruption an der Tagesordnung.

In genau dieser Realität arbeitet Rolando Perez für die Organisation „Paz y Esperanza“ (Frieden und Hoffnung). Rolando bildet christliche Leiter aus, zeigt ihnen, wie sie ihre Stimme gegen Ungerechtigkeit und Menschen-rechtsverletzungen erheben und wie sie Anwälte der Schwachen sein können. Er sagt: „Ich bin davon überzeugt, dass Christen eine prophetische Verantwortung dafür tragen und zu einer Kultur des Friedens und der Gerechtigkeit in unserer Gesellschaft beitragen sollten“. „Paz y Esperanza“ sorgt dafür „dass ausgegrenzte Menschen, die unter Korruption leiden, Solidarität und Hilfe erfahren. Und das heißt eben oft auch, dass politische und juristische Arbeit geleistet werden muss. In Zusammenarbeit mit anderen zivilgesellschaftlichen Organisationen haben Rolando und seine Kollegen korrupte Richter überführt. Einige von ihnen mussten ihr Amt verlassen. Roland blickt daher optimistisch in die Zukunft: „Gott sei Dank hatten wir Erfolg. Das ist ein gutes Beispiel dafür, dass die Zivilgesellschaft etwas gegen Korruption tun kann“.

Fragen:
x Was können Christen dazu beitragen, dass Menschen in ihre Rechtssysteme vertrauen können?
x Korruption fördert auch an anderen Stellen die Verletzung von Menschenrechten. Gerade beim Thema Menschenhandel ist das der Fall. Am heutigen Europäischen Tag gegen Menschenhandel wollen wir daran denken (siehe zweiter Artikel).
x Lesen wir die Geschichte von König Davids Ehebruch (2. Samuel 11, 1-27) mal unter einem neuen Aspekt: Korrumpiert hier David nicht seine Macht, um andere sexuell ausbeuten und auch bei der eigentlich notwendigen Aufklärung des Vorfalles ihrer Rechte berauben zu können?

Beten:
x Für Rolando und das Team, welches er bei „Paz y Esparanza“ leitet, für Inspiration und Weisheit bei den EXPOSED-Kampagnen in Lateinamerika.
x Für die Opfer sexueller Gewalt und von Menschenhandel.
x Für wirksame Gesetze und Rechtssysteme, die Opfer zu ihrem Recht verhelfen und dafür sorgen, dass sexuelle Gewalt und Menschenhandel zurückgedrängt werden.

Handeln:
x Ich unterstütze die Arbeit oder Aktionen von Organisationen, die sich gegen sexuelle Ausbeutung und Menschenhandel engagieren, z.B. IJM Deutschland oder „Gemeinsam gegen Menschenhandel“.

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Mehr zu EXPOSED 2013 auf www.exposed2013.de.


18. Oktober: Europäischer Tag gegen Menschenhandel

Wie sich Christen gegen Menschenhandel und Korruption engagieren

Menschenhandel und Sklaverei gehören zu den lukrativsten Wirtschaftszweigen der Welt. Der Mensch als Ware wird gewaltsam ausgebeutet: Kinder und junge Frauen werden zur Prostitution gezwungen, Familien werden über Jahrzehnte in Sklaverei und Schuldknechtschaft gehalten. Sie haben vergessen, was das Wort Freiheit bedeutet. Weltweit gibt es 27 Millionen Sklaven – das sind mehr Opfer als jemals zuvor in der Geschichte.

Viele von ihnen wurden gegen ihren Willen gehandelt und verkauft. Im Durchschnitt kostet ein Sklave heute nur noch 60 Euro – der Profit für die Menschenhändler dagegen ist riesig. Durch Täuschung, Androhung einer Strafe oder Gewalt werden sie zur Arbeit gezwungen und bekommen keinen Lohn. 79 Prozent aller Opfer von Menschenhandel werden von Zuhältern zur Prostitution gezwungen (UNODC). Jedes Jahr werden etwa zwei Millionen Kinder sexuell ausgebeutet. Gründe für das Ausmaß des Menschenhandels sind Korruption, die mangelhafte Durchsetzung und das Fehlen von Rechtsgrundlagen zum Schutz der Betroffenen. Die Täter werden in den meisten Fällen nicht strafrechtlich verfolgt, weil niemand sie anklagt oder, weil sie sich nach ihrer Verhaftung freikaufen, indem sie Beamte bestechen.

Die christliche Menschenrechtsorganisation International Justice Mission (IJM), die auch Mitträgerin der Micha-Initiative in Deutschland ist, setzt sich für die Rechte der Opfer von Menschenhandel, Sklaverei und Zwangsprostitution und anderen Formen massiver Unterdrückung in zwölf Ländern in Asien, Afrika und Lateinamerika ein. Dazu arbeiten weltweit mehr als 500 Mitarbeiter als Anwälte, verdeckte Ermittler und Sozialarbeiter mit lokalen Behörden zusammen, um Betroffene zu befreien, Nachsorge zu vermitteln, Täter zu überführen und die Funktionsfähigkeit von Rechtssystemen zu fördern. Dabei werden immer wieder auch Korruptionsfälle aufgedeckt und verfolgt. IJM und Partner arbeiten auch präventiv. So werden Polizisten in den betroffenen Ländern aufwändig geschult und dafür sensibilisiert, dass Korruption kein selbstverständlicher Teil von Kultur, sondern Unrecht ist. Weitere Informationen unter: www.ijmde.org.