EXPOSED-Impuls zum 19. Oktober: "Sambia: Reiches Land, arme Menschen"


Sambia ist ein unheimlich rohstoffreiches Land im südlichen Afrika. Gerade die großen Kupfervorkommen könnten eine wichtige Einnahmequelle sein – wenn Rohstoffunternehmen tatsächlich angemessen Steuern bezahlen würden. Diese Einnahmen könnten dazu beitragen, dass Armut bekämpft wird.


Martin Kapenda ist der Koordinator der Micha-Initiative in Sambia. Schon seit vielen Jahren engagiert er sich dafür, dass die UN-Millenniumsziele auch in Sambia Realität werden. Aus diesem Grund beobachtet die dortige Micha-Initiative genau, was beim Abbau von Kupfer und anderer Rohstoffe passiert. Das Ergebnis ist ernüchternd: Korruption und Steuervermeidung sind im Rohstoffsektor an der Tagesordnung. So werden zum Beispiel Produktionskosten in Bilanzen nach unten korrigiert und die Produkte an andere konzerneigene Unternehmen unter dem üblichen Marktpreis verkauft. Die Minenbetreiber tragen am Ende nur vier Prozent des nationalen Steuereinkommens bei.1 Das eigentliche Potential liegt bei einem Vielfachen. Und nach wie vor leben mehr als die Hälfte aller Sambier in extremer Armut.

Martin ist sich sicher: „Um eine effektive Kampagne gegen Armut durchzuführen, müssen wir offen legen, was im Rohstoffsektor passiert“. Wenn in ein paar Jahren neue Transparenz-Richtlinien der Europäischen Union für den Rohstoffsektor in Kraft treten, wird das eine große Chance für die Sambier sein, mehr Steuergerechtigkeit und eine gerechtere Verteilung der Einnahmen einzufordern. Dafür müssen viele mobilisiert werden. Martin sagt dazu: „Um den Kampf gegen Armut zu gewinnen muss jeder involviert sein – vom Präsidenten bis hin zu der Verkäuferin an der Straßenecke“.

Fragen:
x Wie würde ich mich als armer Bürger eines Landes fühlen, dass eigentlich so reich ist?
x 2. Mose 23, 1-9 greift noch einmal die Zusammenhänge zwischen Ungerechtigkeit, Korruption und Armut auf. In Vers 8 ist davon die Rede, dass durch Geschenke „Sehende blind“ werden. Könnte es nicht sein, dass damit nicht nur die gemeint sind, die sich an undurchsichtigen Geschäften beteiligen, sondern auch die Öffentlichkeit, die blind geworden ist für manche Ungerechtigkeit?

Beten:
x Für Martin, seine Familie und die Arbeit der Micha-Initiative in Sambia.
x Für eine breite zivilgesellschaftliche Zusammenarbeit in Sambia gegen Korruption und Steuerflucht.

Handeln:
x Ich organisiere einen Film- und Diskussionsabend z.B. mit Filmen wie „Afrika – der ausgeraubte Kontinent“ oder „Zeitbombe Steuerflucht“.
x Ich organisiere gemeinsam mit anderen eine EXPOSED-Mahnwache oder eine öffentliche Aktion.

[Hier Artikel als PDF herunterladen]

Mehr zu EXPOSED 2013 auf www.exposed2013.de.

1) Vgl. http://www.globalpolicy.org/images/pdfs/GPFEurope/Arbeitspapier_Country-by-Country_2013.pdf, S. 10.