gut zu (er)tragen? Impuls zum 15. Oktober: "Keine Angst vor der Zukunft"


In vielen Nähereien Bangladeschs sind menschenunwürdige Arbeitsbedingungen an der Tagesordnung: Autoritäre Befehlsstrukturen, betäubender Lärm von Nähmaschinen, Arbeiten bis zur Erschöpfung, fehlende Sicherheitsvorkehrungen, kein Brandschutz. Die Luft ist heiß und es werden kaum Pausen erlaubt. Oberstes Ziel ist der Profit und am Ende des Tages muss das erforderliche Pensum erreicht worden sein. Die 26-jährige Monika Hembron aus der Hauptstadt Dhaka arbeitet als Näherin in einer der unzähligen Textilfabriken Bangladeschs und erlebt dies Tag für Tag. Um Arbeit zu finden, hat sie ihre Familie auf dem Land hinter sich gelassen. Dorthin überweist sie regelmäßig große Teile ihres Einkommens, damit die Familie überleben kann.

Die größte Herausforderung besteht für Monika darin, ihr tägliches Pensum zu schaffen. Denn es ist gefährlich, wenn es ihr nicht gelingt, vor Einbruch der Dunkelheit zu Hause zu sein. Nicht selten ist das der Fall. Und gerade deswegen weiß Monika, was sie für die Zukunft will: Sie wünscht sich ein zeitbasiertes Arbeitssystem, bessere Sicherheitsvorkehrungen bei Feuer oder Unfällen. Sie wünscht sich eine faire und angemessene Bezahlung, Gesundheitsvorsorge sowie Freizeitausgleich und Interessenvertretung. Und sie möchte abends sicher nach Hause kommen, weit vor Mitternacht. Ohne Angst davor, überfallen zu werden, weil sie eine Frau ist. Und ohne Angst vor der Zukunft.

 


„Darum habt keine Angst! Ihr seid Gott mehr wert als ein ganzer Spatzenschwarm.“ (Matthäus 10,31)

Monika schreibt dazu: "Ich weiß, dass der Mensch das Ebenbild Gottes ist (1. Mose 1,26). Er hat uns erschaffen, er zählt uns und passt auf uns auf (Matthäus 10,29-31). Es ist nicht in seinem Sinn, dass wir unter Armut und Ungerechtigkeit leiden müssen. Das soll sich eines Tages ändern. Der allmächtige Gott hat unser Elend gesehen und er kennt unsere Hingabe. Er muss uns helfen – uns, die wir hart arbeiten und ehrlich sind. Ich möchte mein Leben ändern. Ich hoffe, dass er gütig genug zu denen ist, die sich dafür einsetzen, dass ihr Leben besser wird. Unsere Kinder sollten eines Tages die Würde haben, ihr Leben selbst in die Hand nehmen zu können. Sie werden zur Schule gehen und so gut gebildet sein, dass es schwer ist sie zu betrügen. Der allmächtige Schöpfer ist immer mit uns und er sorgt für unser Wohlergehen.

Ich bete immer wieder: 'Allmächtiger Gott, bitte höre unser Gebet und vergib uns unsere Unachtsamkeit. Hilf uns, dass wir genug zum Leben haben. Wir beten auch für die, die uns beschäftigen, damit die Bedingungen gerechter werden. Bitte sorge dafür, dass uns allen Gerechtigkeit widerfährt und wir sicher sind.'"


Monika Hembrom ist Näherin in einer Textilfabrik in Bangladeschs Hauptstadt Dhaka (Foto: privat).


Lesen:

  • Matthäus 10,29-31


Fragen:

  • Was macht mir Angst im Leben? Was macht die Zusage „Habt keine Angst“ mit mir?
  • Wie lernen wir von Monika, sich für bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen in der Zukunft einzusetzen und trotzdem an einen Gott zu glauben, der es auch jetzt schon gut mit ihr meint?


Beten:

  • Mit den Worten von Monika.
  • Für Bangladesch und alle, die sich für bessere Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie einsetzen.


Handeln:

  • Sich mit den unterschiedlichen Textilsiegeln auseinandersetzen (siehe Materialheft auf S. 23-25).
  • Sich an der Aktion „GesprächsStoff“ beteiligen und dadurch mit anderen über die Arbeitsbedingungen bei der Herstellung von Kleidung ins Gespräch kommen. Mehr dazu im Materialheft (http://bit.ly/1q2N3kk) auf S. 16/17.


Mehr zur Kampagne auf www.gutzutragen.de.
Alle Impulse zur Aktionswoche hier als PDF herunterladen.