Marburger Petition: Initiative für faire nutella feiert ersten Erfolg


Ferrero gab am 20. März 2014 die vertragliche Zusammenarbeit zwischen Ferrero und Fairtrade im Rahmen der International Fairtrade Conference in Berlin bekannt. Mit der Ankündigung, bis 2016 20.000 Tonnen fairen Kakao zu beziehen, verdoppelt sich auf einen Schlag die bisherige in Deutschland verarbeitete Menge an Kakao aus Fairem Handel. Dadurch dürfte es hunderttausenden Familien in Westafrika erstmals möglich sein, ihre Kinder in die Schule zu schicken und ein menschenwürdiges Auskommen zu erwirtschaften. Diesen Schritt begrüßt die Marburger Lokalgruppe der Micha-Initiative, die in Ferreros Ankündigung in Ansätzen eine Umsetzung der Forderungen ihrer Petition "nutella soll fair sein" sieht. Aber noch vermisst die Gruppe das Fairtrade-Siegel auf dem nutella-Glas.

Mit der Online-Petition forderten die Marburger seit Herbst 2012 Ferrero dazu auf, mindestens so viel Kakao aus Fairem Handel zu verarbeiten, dass nutella in Zukunft das Fairtrade-Siegel tragen kann. Damit wäre gewährleistet, dass Kakaobauern faire Preise für ihre Erzeugnisse erhalten. Und somit würde der weitverbreiteten missbräuchlichen Kinderarbeit auf den Plantagen effektiv vorgebeugt. Die Micha-Lokalgruppe Marburg und Ferrero hatten zu Beginn der Petition einen zielführenden Dialog dazu vereinbart. Nach verschiedenen Gesprächen in Stadtallendorf und Frankfurt übergab die Gruppe im Juni 2013 über 33.000 Unterschriften an Ferrero im Rahmen einer öffentlichen Diskussionsveranstaltung in der Marburger Stadtmission.

Durch dieses Engagement wurden die Verhandlungen zwischen Fairtrade und Ferrero intensiviert und führten zu einem ersten Vertragsabschluss. Nach Überzeugung der Lokalgruppe wäre dieses Ergebnis ohne die Mitwirkung und Vernetzung aller an der Umsetzung der Millenniumsziele Interessierten nicht erzielt worden. Die Marburger danken allen Unterstützerinnen und Unterstützern und bitten darum, im Beten und Handeln nicht nachzulassen, weil das große Ziel noch nicht erreicht ist. Als Teil einer christlichen Initiative dankt die Marburger Lokalgruppe auch Gott für sein Geleit und Segen auf dem bisherigen Weg.

Fairtrade steht für nachhaltige Produktion, kostendeckende Mindestpreise, Prämien für Gemeinschaftsprojekte und langfristige Handelsbeziehungen. Im Januar 2014 startete Fairtrade ein neues Programm, das es ermöglicht, dass Unternehmen bei Mischprodukten, wie z.B. Süßwaren, nur einen einzelnen Rohstoff als Fairtrade gesiegelt kennzeichnen können. Für diese Süßwaren gibt es ein neues Fairtrade-Siegel, das nur für Kakao gilt, nicht aber für den Zucker, der konventionell gehandelt bleibt. Durch die ersten Zusagen im Kakao-Programm von Fairtrade 2014 werden über eine Million zusätzliche Prämiengelder für die Produzenten erwartet. Die Partner verpflichten sich dabei, die Abnahmevolumen in den kommenden Jahren auszubauen.

Die Micha-Initiative ist eine weltweite Kampagne, die Christinnen und Christen nachhaltig zum Engagement für die Erreichung der Millenniumsziele der Vereinten Nationen einlädt und für globale Gerechtigkeit begeistern möchte. In Deutschland gibt an 15 Orten gemeindeübergreifend arbeitende Lokalgruppen der Micha-Initiative.

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