Micha-Initiative bei EU-Kommission


(Leipzig/Brüssel, 08.08.2009) Im Namen von europäischen Jugendlichen haben Vertreter von Micha-Initiative, Europäischer Evangelischer Allianz und mission-net EU-Kommissar Jan Figel' getroffen. Der Kommissar für Jugend lud am 4. August die internationale Micha-Initiative zu einem Gespräch ein, nachdem 1.700 junge Leute aus ganz Europa an die EU-Kommission geschrieben hatten mit der Forderung, die Millenniums-Entwicklungsziele (Millennium Development Goals, MDGs) umzusetzen.

Der EU-Kommissar für allgemeine und berufliche Bildung, Kultur und Jugend Jan Figel´ traf sich mit Vertretern der Europäischen Evangelischen Allianz, der Micha-Initiative und des Europäischen Jugendmissionskongresses mission-net. Während des Kongresses, der im April 2009 in Oldenburg stattgefunden hatte, waren die Briefe geschrieben worden.

Die Briefe riefen den damaligen EU-Kommissar für Entwicklung, Louis Michel, dazu auf, von seinem Einfluss Gebrauch zu machen und sich verstärkt dafür einzusetzen, dass die konkreten Teilziele der MDGs erreicht werden.

Kommissar Figel’, der sich selbst als engagierter Christ zu erkennen gab, betonte die christlichen Wurzeln der EU und lobte den Beitrag von Glaubensgemeinschaften, die mit ihrem Einfluss entscheidend das  Wohl der Gesellschaft förderten.

Der EU-Kommissar bestätigte die wichtige Rolle, welche die Politik einnimmt, hob aber leidenschaftlich hervor, dass auch Kultur, Sport und Bildung von Wichtigkeit seien, wenn es darum geht, junge Menschen „mit offenen Gemütern und offenen Herzen“ zu mobilisieren, gerade im Engagement gegen Ungerechtigkeit.

“Wir wollen nicht, dass die Einwohner Europas wie Touristen sind”, sagte er, “wir wollen, dass sie engagierte Bürger Europas sind“.

Joel Edwards, Direktor der internationalen Micha-Initiative, betonte: “Wir haben die Briefe geschrieben, weil wir glauben, dass unsere Länder über die Mittel verfügen, den extremen Hunger zu beseitigen und wir haben die moralische Verpflichtung, es auch umzusetzen. Und wir sagen es sehr deutlich, denn wir glauben aufrichtig, dass Gott von uns allen erwartet, gerecht zu handeln, Barmherzigkeit zu lieben und in Demut nach vorne zu gehen.“

Alexander Gentsch, der Koordinator der Micha-Initiative Deutschland, sprach im Namen der Briefschreiber: „Diese jungen Menschen sind besorgt über die Herausforderungen der globalen Armut einerseits und die politischen Prioritäten in ihren Ländern andererseits, besonders in den Zeiten der Finanz- und Wirtschaftskrise.“

Während des kurzen Treffens in Brüssel baten die Vertreter von Micha-Initiative, Evangelischer Allianz und mission-net Kommissar Figel´, die Briefe an den zukünftigen EU-Kommissar für Entwicklung Karel de Gucht weiterzuleiten und erklärten, dass sie ein Interesse daran hätten, weiterhin mit der Europäischen Kommission über die Strategien der EU-Mitgliedsstaaten zur Erreichung der Millenniumsziele im Gespräch zu bleiben.

 

Bei der Übergabe von 1.700 Briefen in Brüssel (v.l.n.r.): Alexander Gentsch (Micha-Initiative Deutschland), Evi Rodemann (mission-net), EU-Kommissar Jan Figel, Christel Ngnambi (Europäische Evangelische Allianz), Karidja Coulibaly-Egberts (Teilnehmerin bei mission-net), Samuel Kullmann (Europäische Evangelische Allianz) und Joel Edwards (Micha-Initiative International).