Micha-Kampagne 2014: Christen engagieren sich für bessere Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie


Die Micha-Initiative möchte sich für bessere Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie einsetzen. In diesem Zusammenhang lädt sie ab September Gemeinden zu verschiedenen Kampagnenaktionen und zu einer Aktionswoche vom 13. bis 19. Oktober 2014 ein.

„Bei wenigen anderen Konsumgütern werden die Vor- und Nachteile der Globalisierung so deutlich wie bei Textilien“, betont Alexander Gentsch (Leipzig), Koordinator der Micha-Initiative. „Die allermeisten von uns tragen Kleidungsstücke, die in anderen Teilen der Welt hergestellt wurden. Oft profitieren wir dabei von günstigen Preisen – nicht selten auf Kosten derer, die die Baumwolle pflücken oder unsere T-Shirts nähen“, so Gentsch.

Neben niedrigen Löhnen, die etwa für Näherinnen und Näher in Asien nur knapp zum Überleben reichten, seien auch die Arbeitsbedingungen ein großes Problem. Ein mahnendes und extremes Beispiel ist der Einsturz des Fabrikgebäudes „Rana Plaza“ in Bangladesch am 24. April 2013. 1.130 Menschen verloren dabei ihr Leben. Zwar haben seitdem einige europäische Modemarken, die in Bangladesch produzieren, ein Brandschutzabkommen verabschiedet und einen Hilfsfond für Geschädigte und Hinterbliebene des Einsturzes eingerichtet. Aber die Umsetzung vieler Ankündigungen steht noch aus.

Die Micha-Initiative unterstützt daher politische Forderungen der Kampagne „Deine Stimme gegen Armut“ nach menschenwürdiger Arbeit in allen Sektoren. Dabei geht es unter anderem um die Erarbeitung eines deutschen Aktionsplanes zu Wirtschaft und Menschenrechten, der auch von deutschen Herstellern wirksamere Transparenz- und Rechenschaftsplichten fordert. Aber auch existenzsichernde Löhne weltweit und die Einhaltung von ökologischen und sozialen Standards werden angemahnt.

In ihrer Aktionswoche im Oktober möchte die Micha-Initiative aber auch auf positive Beispiele von Unternehmen verweisen, die in der Textilbranche auf besondere Weise Verantwortung übernehmen. Zudem sollen Christen auf die Möglichkeiten verwiesen werden, die sie als Konsumenten haben.

„Natürlich ist das ein Thema, das alle Menschen etwas angeht. Aber da wir als Christen daran glauben, dass ausnahmslos jeder Mensch als Ebenbild Gottes geschaffen ist, sollten wir eigentlich die Ersten sein, wenn es um die Verteidigung der Menschenwürde geht“, so Pfarrer Rolf Zwick (Essen), Vorsitzender der Micha-Initiative. „Die Bibel macht uns das an unzähligen Stellen klar. Bei Lukas und im ersten Timotheusbrief etwa werden wir ermahnt: Ein Arbeiter ist seines Lohnes wert“.

Die Micha-Initiative ist eine globale Bewegung, die sich als christliche Antwort auf die Millenniumsziele der Vereinten Nationen versteht. Diese Ziele sehen unter anderem vor, zwischen 1990 und 2015 weltweit extreme Armut zu halbieren, aber auch menschenwürdigere Arbeitsbedingungen zu schaffen. In Deutschland wird die Micha-Initiative von der Deutschen Evangelischen Allianz getragen und von mehr als 40 christlichen Hilfs- und Missionswerken unterstützt.