Nach der EXPOSED-Aktionswoche: „Die erste gemeinsame Antwort der weltweiten Kirche auf Korruption“


Christen verschiedener Konfessionen und aus 150 Ländern haben sich bereits an der Kampagne „EXPOSED – Korruption ans Licht bringen“ beteiligt, die mit einer Aktionswoche vom 14. bis 20. Oktober 2013 ihren Höhepunkt hatte. Aber auch in den kommenden Monaten wollen die Organisatoren an führende Politiker herantreten, um sie zu einem entschiedeneren Engagement gegen Korruption und Steuerflucht aufzurufen.

Hintergrund sind die negativen Folgen von Korruption und Steuerflucht für Menschen in Armut.  Dr. Joel Edwards, der Direktor der internationalen Micha-Initiative, findet drastische Worte, um die Situation zu beschreiben: „Korruption tötet“. Daher sei eine große Koalition christlicher Kirchen und Bewegungen nötig, um etwas gegen diese Ungerechtigekeit zu unternehmen. Im Rahmen der Kampagne EXPOSED arbeitet die Micha-Initiative daher mit Partnern wie der Weltweiten Evangelischen Allianz, dem Ökumenischen Rat der Kirchen und der internationalen Heilsarmee zusammen. Edwards freut sich über die breite Allianz: „Unserem Wissen nach ist EXPOSED die erste gemeinsame Antwort der weltweiten Kirche auf Korruption“.

In der Aktionswoche der Kampagne wurden vor allem Mahnwachen veranstaltet und besondere Gottesdienste gefeiert. Mit über 50 öffentlichen Veranstaltungen beteiligten sich auch Gemeinden und christliche Gruppen in Deutschland. In Wuppertal etwa stellte die dortige Lokalgruppe der Micha-Initiative mit Hilfe einer Plastikkuh auf einem öffentlichen Platz szenisch dar, wie Menschen in ländlichen Gebieten durch Korruption ihrer Lebensgrundlage beraubt werden. In Leipzig fand vor der für ihre Friedensgebete während der DDR-Zeit bekannten Nikolaikirche eine Mahnwache statt.

Bei einer Veranstaltung in der St Paul's Cathedral in London sprach der methodistische Pastor Lord Leslie Griffiths, der gleichzeitig für die Labour-Partei im britischen Oberhaushaus sitzt. „Unsere Aufgabe ist es, das Böse mit Gutem zu überwinden. Wir decken das Böse auf, um dann strategisch dagegen vorgehen zu können“, sagte Griffiths im Hinblick auf Korruption und Steuervermeidung.

Im Südsudan kamen mehr als 200 anglikanische Christen zu einer Veranstaltung, bei der dazu aufgerufen wurde, beim Aufbau des noch jungen Staates auf Korruption zu verzichten. Auch in Malaysia haben sich Gemeinden verschiedener Konfessionen an der Kampagne EXPOSED beteiligt. Noch nie hätten die Kirchen in Malaysia gesellschaftliche Herausforderungen so aktiv aufgegriffen, wie aktuell das Thema Korruption, sagte Joyce Thong vom malaysischen Hilfswerk CANOPI.

In Nepal, wo Christen nur eine kleine Minderheit darstellen, beteiligten sich an über 270 Orten Gemeinden an Veranstaltungen und Aktionen gegen Korruption. Auch die peruanische Organisation „Paz y Esparanza“ (Frieden und Hoffnung) rief im Rahmen von EXPOSED dazu auf, die Korruption zurückzudrängen – vor allem im Justizwesen. Gerade Opfer sexueller Gewalt hätten darunter zu leiden, dass ihre häufig mächtigeren Peiniger durch Korruption Gesetze umgehen könnten. Auch ugandische Christen beteiligten sich mit Veranstaltungen an der Aktionswoche. Schon seit längerem engagiert sich die dortige Bewegung „Black Monday Movement“, welche unter Mitwirkung des ehemaligen anglikanischen Bischofs Dr. Zac Niringiye gegründet wurde, öffentlich gegen Machtmissbrauch und Selbstbereicherung unter Staatsbediensteten.

Im australischen Brisbane organisierten Christen eine Mahnwache, an der auch der katholische Weihbischof Joseph Oudeman und der Direktor des Hilfswerkes World Vision Australien, Tim Costello, teilnahmen. Costello machte auf die Verantwortung der G20-Staaten bei der Bekämpfung von Korruption und Steuerflucht aufmerksam. Der nächste G20-Gipfel wird im November 2014 in Brisbane stattfinden. Im Rahmen des Gipfels soll die weltweite Petition der EXPOSED-Kampagne an die tagenden Staats- und Regierungschefs überreicht werden.

Auch in Deutschland wird die Micha-Initiative in den kommenden Monaten weiterhin für Unterstützung für die Petition werben sowie auf Bundestagsabgeordnete und die neue Bundesregierung zugehen. Im Rahmen eines Parlamentarischen Abends der Initiative sollen am 27. November in Berlin Abgeordnete verschiedener Fraktionen über Deutschlands Rolle beim Einsatz für Finanztransparenz und gegen globale Armut diskutieren.

Die Micha-Initiative ist eine weltweite christliche Kampagne für die Umsetzung der Millenniums-Entwicklungsziele der Vereinten Nationen, welche die Halbierung extremer Armut bis 2015 vorsehen, und für globale Gerechtigkeit. In Deutschland wird sie von der Deutschen Evangelischen Allianz getragen.


Beiträge von ERF Medien zur Aktionswoche:

x 8. Oktober: "Korruption ans Licht bringen"
x 14. Oktober: "Eine Hand wäscht die andere"
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15. Oktober: "Eine Kuh für Gerechtigkeit"
x 16, Oktober: "Wir brauchen mehr Transparenz"
x 17. Oktober: "Korruption große Barriere bei Armutsbekämpfung"

Beiträge von Jesus.de zur Aktionswoche:

x 11. Oktober: "Selbstversuch: Eine Woche lang ein Drittel weniger Geld ausgeben"
x 14. Oktober: "Globale Armut und Korruption: 'Trage ich als reicher Mitteleuropäer dafür Mitverantwortung?'"
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21. Oktober: "Aktionswoche gegen Korruption: 'Manches ist mir bewusster geworden'"


Weitere Beiträge zur Aktionswoche:

x 14. Oktober, idea.de: "2.000 Mahnwachen gegen Korruption und Steuerflucht"
x 15. Oktober, mephisto 96.7: "Mit Kerzen gegen Korruption"