Ron Sider bei "Micah Summit": Christen sind "Störenfriede" im Wirtschaftssystem


(idea, New York, 13.12.2014) Beim Einsatz für globale wirtschaftliche und soziale Gerechtigkeit brauchen Christen einen langen Atem. Das betonte der evangelikale Sozialethiker Prof. Ronald Sider (Wynnewood/US-Bundesstaat Pennsylvania) bei einer internationalen Konferenz der Micha-Initiative Anfang Dezember in New York. Christen sollten einen Systemwandel durch sorgfältige Erforschung der Faktenlage fördern und sich als „Störenfriede“ verstehen, sagte Sider bei der Zusammenkunft am Hauptquartier der Vereinten Nationen. Dort hatten im Jahr 2000 hochrangige Vertreter von 189 Ländern sogenannte Millenniums-Entwicklungsziele festgelegt. Bis 2015 sollten unter anderem die extreme Armut halbiert sowie die Schulbildung, die Gesundheit und der Umweltschutz verbessert sowie eine weltweite Entwicklungspartnerschaft aufgebaut werden. Die von der Evangelischen Allianz mitgetragene Micha-Initiative versteht sich als eine christliche Antwort auf die Millenniumsziele und will sowohl Christen wie Politiker immer wieder an die Erfüllung dieser Ziele erinnern. Die Weltweite Evangelische Allianz (WEA) repräsentiert rund 650 Millionen Evangelikale.


Fortschritte und Mängel


Bei der Zusammenkunft wurden nach WEA-Angaben sowohl Fortschritte wie auch Mängel beim Erreichen der Millenniumsziele hervorgehoben. So hätten in den vergangenen zehn Jahren Millionen Kinder erstmals Zugang zu Grundschulen erhalten. Die absolute Armut und die Kindersterblichkeit seien halbiert worden. Andererseits bleibe die Müttersterblichkeit hoch, die Qualität der Bildung lasse vielerorts zu wünschen übrig und die Gesundheitsvorsorge sei lückenhaft. Rund eine Milliarde Menschen lebten ohne hinreichende sanitäre Versorgung. Die Micha-Initiative ist in mehr als 40 Ländern vertreten. In Deutschland wird sie von der Deutschen Evangelischen Allianz getragen und von mehr als 40 christlichen Hilfs- und Missionswerken unterstützt. Der Name erinnert an die Mahnung des alttestamentlichen Propheten Micha: „Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist, und was der Herr von dir fordert, nämlich Recht tun und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott“ (Micha 6,8).