Micha-Aktionswoche: Was hat mein Handy mit dem Krieg zu tun?


(Leipzig, 18.07.2012) Was hat mein Handy damit zu tun, dass im Osten der Demokratischen Republik Kongo Gewalt und Korruption zur Tagesordnung gehören? Die Micha-Initiative lädt Gemeinden und christliche Gruppen dazu ein, sich vom 7. bis 14. Oktober 2012 in der Aktionswoche „fair.liebt.transparent.“ mit dieser Frage auseinanderzusetzen.

Die Teilnehmer werden eine Woche lang das Handy abschalten, sich mit Forderungen nach mehr Transparenz an die Politik wenden, ihre Möglichkeiten als Konsumenten überdenken, sich mit biblischen Impulsen auseinandersetzen und beten und abschließend am 14. Oktober den Micha-Sonntag feiern.

Rolf Zwick, Vorsitzender der Micha-Initiative in Deutschland, erklärt den Hintergrund der Kampagne: „Transparenz und Gerechtigkeit gehören zusammen. Im Epheser-Brief heißt es: 'Die Frucht des Lichts ist lauter Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit.' Wir sehen im biblischen Zeugnis den Auftrag der Christen, Regierungen und Konzerne aufzufordern, sich für Gerechtigkeit einzusetzen und Transparenz zu ermöglichen.“

Bereits seit Anfang des Jahres setzt sich die Micha-Initiative bei der Europäischen Union für strengere Regelungen für Unternehmen im Bergbau und im Öl- und Gasgeschäft ein. Konzerne sollen in Zukunft detailliert offenlegen, wie viel und an wen sie zahlen, wenn sie sich Zugang zu Rohstoffen verschaffen. Damit die Einwohner rohstoffreicher Länder eine gerechtere Verteilung der Einnahmen einfordern können, etwa für Gesundheits- oder Bildungseinrichtungen.

In der Aktionswoche wird es insbesondere um das Erz Coltan gehen, welches für die Herstellung von Handys und anderer elektronischer Geräte benötigt wird. Seit einigen Jahren finanzieren verschiedene Kriegsparteien im coltanreichen Ostkongo mit den Einnahmen aus dem Handel mit dem Erz einen blutigen Konflikt, der schon über fünf Millionen Menschen das Leben gekostet hat und bis heute Kampfhandlungen, Vergewaltigungen und weitere schlimme Menschenrechtsverletzungen mit sich bringt. „fair.liebt.transparent.“ soll hier Bewusstsein schaffen und aufzeigen, wie man sich für mehr Transparenz und Gerechtigkeit engagieren kann.

Die Micha-Initiative ist eine Kampagne in Trägerschaft der Deutschen Evangelischen Allianz für globale Gerechtigkeit und die Umsetzung der Millenniumsziele der Vereinten Nationen.

>> Mehr Informationen und Anmeldung zur Aktionswoche