Micha-Initiative, Mission-Net und Tearfund treffen EU-Politiker in Brüssel: 10.000 Stimmen für mehr Transparenz und weniger Armut

 

(22.03.2012, Brüssel/Leipzig) Unterstützer der Kampagne „Licht ins Dunkel“, die sich für mehr Transparenz im Rohstoffhandel und für Armutsbekämpfung einsetzt, haben am Mittwoch in Brüssel über 10.000 Postkarten übergeben, die sich an die dänische EU-Ratspräsidentin Helle Thorning-Schmidt richten. Die Vertreter von Micha-Initiative, Mission-Net und dem britischen Hilfswerk Tearfund trafen zudem über 20 Europa-Abgeordnete aus verschiedenen Ländern, um mit ihnen über EU-Richtlinien für mehr Transparenz zu sprechen.

Joel Edwards, Direktor der internationalen Micha-Initiative, betonte, dass das Thema Transparenz für Menschen in extremer Armut von großer Bedeutung ist:

„Es ist ein Skandal. Rund 3,5 Milliarden Menschen leben in Ländern, die reich an Öl, Gas und anderen Bodenschätzen sind. Tragischerweise profitieren arme Menschen aus den vom Rohstoffabbau betroffenen Gebieten selten von den Einnahmen. Verantwortungsträger aus der EU müssen jetzt handeln und sicherstellen, dass das Geld an den richtigen Stellen landet.“

Die Kampagne „Licht ins Dunkel“ wurde während des europaweiten Mission-Net Kongresses zum Jahreswechsel 2011/2012 in Erfurt gestartet und anschließend in verschiedenen europäischen Ländern durchgeführt.

Die Direktorin von Mission-Net, Evi Rodemann, zeigte sich begeistert von christlichem Engagement über Ländergrenzen hinweg:

„Christen aus ganz Europa arbeiten zusammen, um Licht ins Dunkel zu bringen und etwas gegen Korruption und Armut zu unternehmen. Das ist es, wofür diese 10.000 Stimmen stehen.“

Aktuell diskutieren die zuständigen Ausschüsse im Europa-Parlament über die Ausgestaltung möglicher Transparenz-Richtlinien für Rohstoffkonzerne. In persönlichen Gesprächen und bei einer Informationsveranstaltung mit verschiedenen Europa-Abgeordneten wollten die Unterstützer der Kampagne sicherzustellen, dass die neuen Richtlinien tatsächlich Wirkung zeigen.

Der tansanische Bischof Dr. Stephen Munga, der bei der Übergabe der Postkarten und an den Gesprächen mit  Abgeordneten beteiligt war, beschrieb die gewünschte Wirkung so:

„Bürger rohstoffreicher Länder sollten die Möglichkeit haben, Rechenschaft von ihren Regierungen zu fordern. Dadurch wird sich das Leben von Menschen verbessern. Das ist es, worum es bei der Kampagne geht.“

Die Micha-Initiative ist eine weltweite christliche Initiative für die Umsetzung der UN-Millenniumsziele und für globale Gerechtigkeit. In Deutschland wird sie von einem Arbeitskreis innerhalb der Deutschen Evangelischen Allianz geleitet und von einem breiten Bündnis christlicher Organisationen getragen.

Mission-Net ist eine europaweite Bewegung, die junge Christen zu einem missionalen Lebensstil ermutigen möchte und sie alle zwei Jahre zu einem Kongress zusammenbringt. Verantwortet wird Mission-Net von der Europäischen Evangelischen Allianz.

 

Vertreter und Vertreterinnen von Micha-Initiative und Mission-Net vor der Übergabe der 10.000 Kampagnen-Postkarten in Brüssel. (Foto: Jay Butcher/Tearfund)