Micha-Initiative wünscht sich stärkeres Engagement der G8-Staaten gegen Kinder- und Müttersterblichkeit

 

(Leipzig/Huntsville, 24.06.2010) Beim Gipfel der G8-Staats- und Regierungschefs, der am 25. Juni 2010 im kanadischen Huntsville beginnt, sollen die führenden Wirtschaftsnationen auch Maßnahmen zu einem stärkeren Engagement gegen Kinder- und Müttersterblichkeit beschließen. Das fordert die Micha-Initiative Deutschland gemeinsam mit Micha-Kampagnen in anderen Ländern. Bereits vor dem Gipfel wurden Briefe an die jeweiligen Staats- und Regierungschefs verschickt, in denen der Vorschlag des kanadischen Ministerpräsidenten Stephen Harper begrüßt wurde, die wichtigen Themen Kinder- und Müttergesundheit auf die Tagesordnung zu setzen.

Noch immer stirbt alle drei Sekunden ein Kind unter fünf Jahren an Hunger, Unterernährung oder vermeidbaren Krankheiten und jede Minute eine Mutter auf Grund von Komplikationen während Schwangerschaft oder Geburt. Unter den im Jahr 2000 beschlossenen Millenniumszielen sind die Senkung der Kindersterblichkeit um zwei Drittel bis zum Jahr 2015 und die Senkung der Müttersterblichkeit um drei Viertel bislang am wenigsten fortgeschritten. Nach zehn Jahren liegt der Fortschritt im Bereich Kindergesundheit bei 32% und im Bereich Müttergesundheit bei 9%. In den verbleibenden fünf Jahren müssen die Anstrengungen der Weltgemeinschaft daher drastisch verstärkt werden.

Die notwendigen Maßnahmen sind bekannt: Ein verbesserter Zugang zu grundlegenden Gesundheitsdiensten, die Schulung von Gesundheitspersonal, Aufklärungsarbeit zu Fragen der Familienplanung und zur Mutter-Kind-Übertragung von HIV, Schutzimpfungen und der Zugang zu sauberem Trinkwasser sowie ausreichender und ausgewogener Ernährung. Die Kampagne ONE schätzt, dass weltweit die Ausbildung von 3,5 Millionen zusätzlichen Gesundheitskräften notwendig ist, um die Erreichung der Gesundheits-Millenniumsziele bis 2015 zu ermöglichen. Für alle diese Maßnahmen müssen die entsprechenden finanziellen Mittel zur Verfügung gestellt werden. Hier sind insbesondere die G8-Staaten gefragt.

Die Micha-Initiative, die weltweit und in Deutschland von der Evangelischen Allianz in Kooperation mit christlichen Hilfs- und Missionswerken gestartet wurde, möchte auch örtliche Gemeinden dazu anregen, sich selbst an Politiker zu wenden. Am 10. Oktober 2010 und in einer sich anschließenden Aktionswoche sind Gemeinden und christliche Gruppen in Deutschland dazu aufgerufen, zu beten, einen eigenen Beitrag zu Gerechtigkeit zu leisten, aber auch die Zusagen der Bundesrepublik zu weltweiter Armutsbekämpfung einzufordern. Sie sind eingeladen, vor Ort mit Ihrem oder Ihrer Bundestagsabgeordneten ins Gespräch zu kommen. Ein indirekter Weg, sich bei Politikern Gehör zu verschaffen ist zudem eine Daumenabdruck-Aktion, die auch in Gottesdiensten durchgeführt werden kann. Bei einem Parlamentarischen Abend am 23. November 2010 in Berlin sollen die Abdrücke an hochrangige deutsche Politiker übergeben werden. Die Botschaft: Wir möchten  als Christen unseren Beitrag zu Gerechtigkeit leisten und fordern den Beitrag der Politik zur Erreichung der Millenniumsziele ein – insbesondere der Ziele zur Kinder- und Müttergesundheit. 

>> Weitere Informationen zu den Aktionen zum 10.10.10.

>> Der Brief an Bundeskanzlerin Merkel im Vorfeld des G8-Gipfels.

>> Petition der Kampagne ONE zu mehr Gesundheitskräften weltweit