Weltweite Micha-Aktionen zum 10.10.10: Auch nach dem UN-Gipfel an Millenniumsziele erinnern

 

(New York/Leipzig, 22.09.2010) Bis heute fand in New York der große Gipfel zu den acht Millenniumszielen statt, auf dem mehr als 140 Staats- und Regierungschefs über die Bilanz der Ziele und das weitere Vorgehen diskutiert haben. Als Antwort auf diesen Gipfel führt die internationale Micha-Initiative am 10. Oktober 2010 weltweit Gottesdienste und Aktionen durch, um an die Nachhaltigkeit der Ziele zu erinnern. Auch kurzfristig können sich Gemeinden noch anmelden und beteiligen.

Bundeskanzlerin Merkel für konsequente Durchsetzung der Ziele

Auf dem UN-Gipfel wurden die Fortschritte seit Verabschiedung der Millenniumsziele im Jahr 2000 diskutiert, die unter anderem vorsehen, dass bis 2015 weltweit extreme Armut halbiert wird. Dabei wurde eine gemischte Bilanz gezogen. Alexander Gentsch, Koordinator der Micha-Initiative Deutschland, fasst zusammen: „Zwar ist eine Menge geschehen, aber die bisherigen Anstrengungen reichen bei Weitem nicht aus, um die konkreten Zielstellungen zu erreichen.“ Besonders beim Ziel der Senkung der Kindersterblichkeit sei das der Fall.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) betonte in New York, dass die Millenniumsziele trotz zu geringer Fortschritte weiterhin gültig seien und konsequent durchgesetzt werden müssten. „Wir begrüßen die Aussagen von Angela Merkel grundsätzlich. Wir werden Sie beim Wort nehmen. Deutschland muss sich dabei auch an seine finanziellen Zusagen für Entwicklungszusammenarbeit halten, um glaubwürdig zu bleiben“, so Alexander Gentsch. Die Kanzlerin hatte in ihrer Rede auch erwähnt, dass Deutschland weiterhin das versprochene Ziel anstrebe, 0,7% des Bruttonationaleinkommens für Entwicklungshilfe aufzuwenden.

100 Millionen Christen weltweit beten


Die Micha-Initiative möchte, dass die Millenniumsziele auch nach dem Treffen der Staats- und Regierungschefs im Bewusstsein der Öffentlichkeit bleiben – besonders im Bewusstsein von Christen. „Vom Gipfel ausgehend wollen wir gemeinsam in die verbleibenden fünf Jahre bis 2015 aufbrechen. Dabei wollen wir am 10. Oktober mit 100 Millionen Christen weltweit beten und gemeinsam mit Millionen anderer Menschen versprechen, uns im Gebet und mit Engagement für Gerechtigkeit einzusetzen.“

Zu den prominenten weltweiten Unterstützern gehören der Erzbischof von Canterbury Rowan Williams und bekannte christliche Musiker wie Chris Tomlin, Matt Redman und die Band "Delirious?".

Veranstaltungen in verschiedenen Teilen der Welt – Beteiligung noch möglich


Neben vielen dezentralen Gottesdiensten in verschiedenen Teilen der Welt wird es am 10.10.10 in Sydney, Lusaka (Sambia), London und Guayaquil (Equador) zentrale öffentliche Veranstaltungen geben. Auch in Deutschland sind die Angebote vielfältig: Unter anderem gibt es in Bremen und Leipzig Diskussionsveranstaltungen mit Bundestagsabgeordneten, in Berlin einen Lobpreis- und Gebetsgottesdienst mit dem Fokus Gerechtigkeit und in Kassel und in der Nähe von Stuttgart Jugendkonferenzen zum Thema. Die Leipziger Nikolaikirche wird eine Woche lang Besucher dazu einladen, an Gebetsstationen für die Millenniumsziele und mehr globale Gerechtigkeit zu beten. Hinzu kommen viele Gemeinden, die besondere Gottesdienste feiern werden.

Dabei können sich auch kurzentschlossene Kirchen und Gemeinden noch anschließen, indem sie ein weltweites Gebet mitbeten und während oder auch nach dem Gottesdienst Daumenabdrücke sammeln. „Mit der Daumenabdruck-Aktion möchten wir ein Zeichen setzen, dass wir uns als Christen engagieren und gleichzeitig ein Signal an die Politik geben, dass wir auch ihren Beitrag einfordern, indem die Zusagen eingehalten werden“, erklärt Gentsch die Aktion.

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Mehr Informationen und Anmeldung zum 10.10.10 auf www.micha2010.de.